Mallorca mit Kindern und Großeltern – zwei Wochen Finca-Glück bei Artà

Rocky coastline and sandy beach at Cala Torta with sunset over the sea

1. Warum Mallorca, wieder und immer wieder

Ich weiß gar nicht mehr genau, wie oft wir jetzt schon auf Mallorca waren. Was ich aber genau weiß: Jedes Mal, wenn die Maschine zur Landung ansetzt und die Küste unter uns auftaucht, fühlt es sich ein bisschen an wie nach Hause kommen. Keine große Abenteuerreise, eher dieses vertraute, warme Gefühl: Wir wissen, was uns erwartet – und freuen uns trotzdem jedes Mal wie beim ersten Mal.

Dieses Mal war die Insel unser Ferien-Zuhause für ganze zwei Wochen, und wir sind gleich mit drei Generationen angereist: Kinder, Eltern, Großeltern. Ein kleines Familienprojekt, bei dem alle eine andere Vorstellung vom perfekten Urlaub mitbringen – und Mallorca es irgendwie schafft, für jeden genau das Richtige zu sein.

2. Unsere Finca bei Artà – Ankommen im Urlaub

Unsere Finca lag ein paar Minuten außerhalb von Artà, ein bisschen versteckt zwischen Mandelbäumen und niedrigen Steinmauern. Schon die Anfahrt über die holprige kleine Straße hat uns automatisch langsamer werden lassen – nicht nur das Auto, auch den Kopf. Als wir das Tor aufschoben und auf den Innenhof fuhren, war sofort klar: Hier wollen wir die nächsten zwei Wochen möglichst wenig tun.

Das Haus selbst war kein Hochglanz-Instagram-Traum, sondern eine dieser typisch mallorquinischen Fincas: dicke Steinwände, schiefe Balken, einfache Möbel, ein bisschen Patina – und genau das machte den Charme aus. Im Erdgeschoss die offene Küche, in der sich schon am ersten Abend alle um den großen Holztisch drängten, oben die Schlafzimmer mit den knarrenden Türen und morgens dem Blick auf die Hügel im Nordosten der Insel.

Der Mittelpunkt war aber natürlich die Terrasse. Unter der Pergola frühstücken, während die Kinder den Pool schon zum zweiten Wohnzimmer erklärten. Später Siesta im Schatten, ein Buch in der Hand, leises Gemurmel von den Großeltern, das Platschen aus dem Wasser, irgendwo ein Hahn, der viel zu spät kräht – dieses leise, gleichmäßige Urlaubsrauschen, das man nach ein paar Tagen gar nicht mehr bewusst wahrnimmt und doch so vermisst, wenn man wieder zuhause ist.

3. Ausflüge für alle: Meer, Märkte und ein bisschen Abenteuer

Auch wenn die Versuchung groß war, das Finca-Tor einfach zwei Wochen lang nicht mehr zu öffnen – natürlich wollten wir auch etwas von der Insel sehen. Im Nordosten hat man das Glück, dass wunderschöne Strände quasi vor der Haustür liegen. Ein Highlight war wieder die Cala Torta: ein wilder, eher naturbelassener Strand, an den man über eine kurvige Straße und ein Stück Schotterpiste gelangt. Schon die Fahrt dorthin war für die Kinder ein Abenteuer („Sind wir immer noch auf der Straße?“), für die Großeltern eher ein kleiner Nervenkitzel.

Das Wasser an der Cala Torta ist unglaublich klar, in den frühen Morgenstunden war es fast spiegelglatt. Die Kinder haben Fische gezählt und unermüdlich Sandburgen gebaut, während wir Erwachsenen uns mit einem Kaffee aus der kleinen Strandbar begnügten und einfach nur aufs Meer geschaut haben. Ein anderer Tag führte uns an die Cala Mesquida, wo die Dünenlandschaft direkt hinter dem Strand beginnt. Dort konnten die Kinder im seichten Wasser toben, während die Großeltern Spaziergänge auf den Holzstegen unternahmen und die Aussicht genossen.

Mindestens einmal pro Reise gehört für uns ein Bummel durch die Altstadt von Artà dazu. Die engen Gassen, die kleinen Läden, diese Mischung aus Alltag und Urlaub – die Insel zeigt sich hier von ihrer entspannten, authentischen Seite. Besonders schön ist der Markt, der einmal pro Woche den ganzen Ort in ein buntes Durcheinander aus Stimmen, Düften und Farben verwandelt. Wir haben uns durch Oliven, Käse und Mallorquiner Wurst probiert, während die Kinder an einem Stand bunte Strohhüte anprobierten und die Großeltern sich mit einem Kaffee auf der Plaza niederließen und einfach nur das Treiben beobachteten.

Für den kleinen Abenteuerkick haben wir einen Ausflug in den Naturpark Llevant gemacht. Dort gibt es gut ausgeschilderte Wanderwege, die auch mit Kindern und Großeltern machbar sind, solange man nicht gerade die längsten Routen wählt. Wir sind morgens los, als die Luft noch frisch war, und haben uns eine Strecke mit Meerblick und Picknickplatz ausgesucht. Die Kinder haben begeistert Eidechsen gezählt, die Großeltern suchten sich rechtzeitig eine Bank im Schatten, und wir Eltern waren einfach glücklich, dass alle dabei waren und niemand genervt war.

Ein weiterer Lieblingsausflug waren die Höhlen von Artà. Der Moment, wenn sich der Vorhang aus Stalaktiten vor einem auftut und man in diese andere Welt aus Licht und Schatten eintritt, beeindruckt jedes Mal wieder. Für die Kinder war es ein bisschen gruselig und gleichzeitig spannend, für die Großeltern eher eine Reise in die eigene Kindheit – „so etwas haben wir früher auch besichtigt, nur ohne Smartphones für Fotos“.

4. Mallorca mit Kindern – kleine Dinge, große Begeisterung

Wenn man die Kinder fragt, was ihnen am Urlaub am besten gefallen hat, kommen erstaunlich wenig große Sehenswürdigkeiten vor. Stattdessen erzählen sie von den warmen Abendstunden im Pool, vom ersten noch etwas wackeligen Sprung vom Beckenrand und vom Eis, das man hier irgendwie ohne schlechtes Gewissen auch zweimal am Tag essen darf.

Sie lieben die Mischung aus Vertrautem und Neuem: Morgens frische Brötchen vom Bäcker in Artà holen, der uns inzwischen schon erkennt, und auf dem Rückweg an den Schafen vorbeifahren, die immer an derselben Stelle grasen. Die Eidechsen auf der Terrasse beobachten, die sich sonnen, als würden sie uns ignorieren – bis eines der Kinder zu schnell ist und alle blitzschnell unter den nächsten Stein verschwinden.

Und dann natürlich das Meer. Das Salzwasser in den Haaren, die klebrigen Hände vom Eis, der Sand, den man abends aus allen Ritzen des Autos fegt – das sind die Dinge, die sie erzählen, wenn sie zuhause im Kindergarten oder in der Schule von „Mallorca“ sprechen. Für sie ist die Insel kein abstraktes Urlaubsziel, sondern ein Ort voller Geschichten: „Da, wo ich das erste Mal ganz allein im Meer geschwommen bin“ oder „da, wo Opa mir gezeigt hat, wie man Steine flitschen lässt“.

5. Drei Generationen auf Reisen – was es besonders macht

Mit Großeltern zu reisen, ist manchmal logistisch eine kleine Herausforderung – aber emotional ein riesiger Gewinn. Auf Mallorca haben wir das wieder gemerkt. Es gibt diese Momente, in denen sich die Rollen fast ein bisschen verschieben: Die Kinder erklären Oma den Pool-Nudel-Wettbewerb, Opa liest abends dieselbe Gute-Nacht-Geschichte zum dritten Mal, und wir Eltern sitzen plötzlich wieder wie damals als Teenager mit einem Glas Wein auf der Terrasse und hören den Eltern beim Erzählen von früher zu.

Die Insel macht es einem leicht, solche gemeinsamen Momente zu finden. Es gibt genug ruhige Ecken, in denen die Großeltern das Tempo bestimmen können, genug Strände mit flachem Wasser, an denen die Kinder sicher spielen, und genug kleine Cafés und Miradores, an denen alle einfach nur sitzen und schauen können. Und abends dann dieses große gemeinsame Essen auf der Terrasse, bei dem jeder eine andere Lieblingsszene des Tages erzählt – das sind die Momente, von denen man später sagt: „Weißt du noch, damals auf Mallorca…?“

6. Warum wir wiederkommen werden

Am letzten Abend saßen wir alle noch einmal zusammen draußen, als es schon dunkel war. Die Grillen zirpten, irgendwo bellte ein Hund, der Pool lag still vor sich hin – ein bisschen, als wolle er sagen: „Morgen seid ihr weg, oder?“ Wir haben die Koffer schon halb gepackt, den Sand weitgehend aus den Schuhen geschüttelt und trotzdem wussten wir alle: Das war nicht das letzte Mal.

Mallorca ist für uns längst mehr als nur eine Insel mit schönen Stränden. Es ist zu einem Ort geworden, an den wir zurückkehren, um als Familie aufzutanken, uns wiederzufinden, neue gemeinsame Erinnerungen zu sammeln. Die Kinder sprechen jetzt schon vom nächsten Sommer, die Großeltern überlegen, ob sie dann vielleicht eine Woche länger bleiben, und wir Eltern haben heimlich schon wieder nach Fincas bei Artà geschaut.

Vielleicht ist das das größte Kompliment, das man einem Urlaubsort machen kann: dass man nicht das Gefühl hat, etwas „abgehakt“ zu haben, sondern dass mit jedem Besuch neue kleine Routinen, Geschichten und Lieblingsorte dazukommen. Mallorca, und besonders dieser ruhige Nordosten rund um Artà, ist für uns genau so ein Ort geworden. Und deshalb werden wir wiederkommen. Ganz bestimmt.

Hinterlasse einen Kommentar